Das Ausleben solch einer Selbstsucht umfasst im täglichen Leben weit mehr als Schläge, Anschreien, Vergewaltigung oder Töten. Schädigendes Verhalten beginnt schon damit, sich über jemanden lustig zu machen, jemanden zu übersehen, auszugrenzen, eine Gerüchte- bildung gehässig zu ergänzen, etwas Negatives hämisch weiterzuerzählen, eine mögliche und dringliche Hilfeleistung zu unterlassen, jemanden 'offenen Auges' in eine Gefahr rennen zu lassen usw. Gewaltverhalten liegt immer dann vor, wenn ein Mensch durch das Verhalten eines anderen Menschen körperlich und / oder seelisch verletzt wird, in der Ehe, in der Familie, als Erwachsener oder als Kind. Die Ursachen für ein Gewaltverhalten sind vielfältig und liegen zum einen in der Persönlichkeit eines Menschen und sind zum anderen in der Gesellschaft begründet. Begünstigende Faktoren dabei sind der Medieneinfluss, familiäre Erziehungsbedingungen, der soziale Nahraum, der Gruppeneinfluss und die Wohn- und Lebensbedingungen. Gewaltverhalten geht nicht selten einher mit sexueller Handlung bzw. Nötigung. Opfer von Gewalt können unter anderem Demütigung, große Angst, Einschüchterung, Verlust des Selbstwertgefühles erleben. Dieses komplexe Geschehen ist auch bei Mitgliedern der Neuapostolischen Kirche gegeben. Nach etlichen Gesprächen/Diskussionen mit der Kirchenleitung und aufgrund eigener Wahr- nehmungen bzw. Berichten neuapostolischer Christen/Seelsorgern kann Nachstehendes gesagt werden:
Es sind also teilweise und regionale Entwicklungen zu beobachten, die wir mit Freude zur Kenntnis nehmen. Und natürlich freuen wir uns über jeden Betroffenen, der Hilfe bei neuapostolischen Seel- sorgern oder eine der Hilfe-Einrichtungen gefunden hat. Doch die Begleitung von Betroffenen macht bis auf den heutigen Tag deutlich: Für einen wesentlichen Anteil von Betroffenen ist die Hemmschwelle, sich einer Hilfe-Organisation außerhalb der Kirche anzuvertrauen, nicht überwindbar. Wir haben ihre psychologische Begründung verstanden. Und darum sind wir dem Rat eines Priesters gefolgt, der in einem Gottesdienst von christlicher Zivilcourage 1 sprach und sind mehr denn je für jeden da, der den Weg zu uns gefunden hat. Ihre Rainer Ballnus und Irene Döring (Vorsitzende) 1Zivilcourage. Definitionsversuch nach Schulz von Thun: Zivilcourage ist der Mut zu wertgeleitetem Handeln (kommunikativ und materiell) in gesellschaftlichem Kontext unter sozialen Risikobedingungen. Aktualisierte Fassung: Stand 12/2011 |
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